21
Mai
08

Boomende Kreativwirtschaft braucht Mediengestalter

Die Kreativen müssen etwas, wozu sie stets gerufen werden, dringend beheben: ihr Wahrnehmungsproblem. Jeder braucht sie: die Industrie für Innovationen, die KMUs für ihre Produkte und Dienstleistungen und Organisationen für ihre Kommunikation. Die Wirtschaftspolitik hat die Bedeutung des Kreativsektors mittlerweile erkannt und versucht, diese gezielt zu fördern.

Mit dem Zweiten Kreativwirtschaftsbericht [1] liegen endlich auch für Österreich Zahlen auf dem Tisch, die klarstellen, dass es sich längst nicht mehr um eine Nische handelt, sondern um einen Sektor beträchtlichen Ausmaßes, nämlich in ähnlicher Dimension wie der Tourismus und doppelt so gross wie die Landwirtschaft. Mehr als 10% der Betriebe (28.700) sind dem Kreativsektor zuzuordnen. Diese erwirtschaften 18,3 Mrd. € an Erlösen und Erträgen bzw 7,2 Mrd. € Bruttowertschöpfung, das sind 5% der Gesamtwirtschaft.

Im Kreativsektor sind viele Mikrounternehmen aktiv, diese vernetzen sich oftmals zu Arbeitsgemeinschaften. Die kleinteilige Struktur ist typisch und macht die Anbieter flexibel, zudem entspricht es dem Ethos vieler Kreativen, alleine oder in kleinen Teams arbeiten zu wollen.

Auch für Vorarlberg wurde eine Studie zur Kreativwirtschaft erstellt [2], jedoch leider nie veröffentlicht. Sie zeigt das Potenzial des Sektors für die Region auf und führte u.a. zur strategischen Entscheidung, am Campus Dornbirn II Betriebe aus der Kreativwirtschaft anzusiedeln [3].

Die Studiengänge Mediengestaltung und InterMedia bilden für den Kreativsektor hervorragend aus, vermitteln Grundlagen und Fachwissen. Die Bachelor – Studiengänge wurden bereits stärker in Richtung Entrepreneurship ausgerichtet, sodass der vielfach gewählte Weg in die Selbständigkeit einfacher gemeistert werden kann. Und die Absolventenanalysen [4] geben klar Auskunft darüber, dass die Leute prinzipiell gut unterkommen oder schon bald auf eigenen, selbständigen Beinen stehen.

 

[1] http://www.creativwirtschaft.at/creative-austria/kreativwirtschaftsberichte/7.htm

[2] http://www.wisto.at

[3] http://www.creativwirtschaft.at/aktuelles/schlagzeilen/60-153.htm

[4] http://www.fhv.at/fhv/akad/qm/absolventen/

 

21
Mai
08

Berichterstattung Vorarlberg Heute 20.05.08

In der Vorarlberg Heute Sendung des ORF wurde am 20.05.2008 ein Bericht über die Diskussion der Zukunft der FH und eine mögliche Abschaffung des Studienganges Mediengestaltung gesendet. Interviewt wurden Ulrich Herburger, Guido Kempter, Aufsichtsrat Ernst Bitsche und Rektor Rudi Feuerstein.

 

Quelle: ORF
20
Mai
08

Herzschlag für die Gestaltung

Eine Hochschule stellt sich ihrer – aufgezwungenen – Strategiediskussion. Die Fachhochschule Vorarlberg lässt sich – von Aussen – die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Gestaltungsstudiums stellen. Entschieden ist noch nicht, sei noch nichts. Allein, daß die Frage aufkommt beunruhigt. Allein, daß nicht offen – auch mit den Betroffenen – diskutiert wird, beunruhigt. Gerade das Säulenmodell: Technik, Wirtschaft, Gestaltung und Soziales der Fachhochschule Vorarlberg ist ein zukunftweisendes Modell. Es anerkennt eine gesamtheitliche Sicht, eine transdisziplinäre Arbeitsweise und eine Vielfalt an Betrachtungsmöglichkeiten.

Gerade ein akademisch recht leere Feld wie Vorarlberg kann sich es vermutlich nicht leisten eine zu spezifizierte Hochschule zu haben. Möglich ist alles. Vieles wird dabei aber Unmöglich. Ob eine ständige Verunsicherungsdiskussion allerdings eine zukunftsweisende Entwicklung einer Hochschule ermöglicht, es sei zumindest befragt. Es geht aber in diesem Prozess um mehr: um das Verständnis von Hochschule überhaupt. Eine Hochschule kann nicht als Wirtschaftsbetrieb betrachtet werden, darauf hat gerade unlängst der Rektor der Fachhochschule Salzburg Dr. Erhard Busek hingewiesen. Eine Hochschule benötigt eine Streitkultur und kann sich nicht enwickeln wenn „Begleiter“ sie wie „Aufseher“ ständig an der Hand führen und Diskussionen verhindern.

Die GestalterInnen der Hochschule sind ob solcher Strategieüberlegungen in Sorge. Dass wir diesen Studiengang,als Gestaltungsstudiengang wollen, das ist klar. Wir wollen ihn aber nicht nur für uns, wir wollen ihn für die Studierenden (deren Interessen wir nicht auf wirtschaftliche Effizienz reduzieren sollten) und wir erachten ihn für dieses Land als sehr wichtig. Eine Hochschule als Ort eines offenen und freien Diskurses ist für ein Land das sich seiner Verantwortung bewußt ist eine Notwendigkeit. Wer den Stellenwert der sozialen Arbeit und der medialen Gestaltung in dieser Gesellschaft nicht sieht, handelt fahrlässig und geblendet von ideologischen oder profitablen Interessen. Wenn Wirtschaft und Technik für den Menschen da sein sollen (und nicht umgekehrt), dann sind Soziales und Gestaltung unverzichtbar.

Wem dieser Studiengang auch ein Stück Herzschlag dieser Region und der Fachhochschule bedeutet, sie oder er möge es laut sagen, singen, schreiben – oder wie immer. Die Diskussion und der offene Diskurs (d.h. der akademische Diskurs) über die Ziele und die Strategien der Fachhochschule Vorarlberg sei eröffnet.




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