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Mai
08

Boomende Kreativwirtschaft braucht Mediengestalter

Die Kreativen müssen etwas, wozu sie stets gerufen werden, dringend beheben: ihr Wahrnehmungsproblem. Jeder braucht sie: die Industrie für Innovationen, die KMUs für ihre Produkte und Dienstleistungen und Organisationen für ihre Kommunikation. Die Wirtschaftspolitik hat die Bedeutung des Kreativsektors mittlerweile erkannt und versucht, diese gezielt zu fördern.

Mit dem Zweiten Kreativwirtschaftsbericht [1] liegen endlich auch für Österreich Zahlen auf dem Tisch, die klarstellen, dass es sich längst nicht mehr um eine Nische handelt, sondern um einen Sektor beträchtlichen Ausmaßes, nämlich in ähnlicher Dimension wie der Tourismus und doppelt so gross wie die Landwirtschaft. Mehr als 10% der Betriebe (28.700) sind dem Kreativsektor zuzuordnen. Diese erwirtschaften 18,3 Mrd. € an Erlösen und Erträgen bzw 7,2 Mrd. € Bruttowertschöpfung, das sind 5% der Gesamtwirtschaft.

Im Kreativsektor sind viele Mikrounternehmen aktiv, diese vernetzen sich oftmals zu Arbeitsgemeinschaften. Die kleinteilige Struktur ist typisch und macht die Anbieter flexibel, zudem entspricht es dem Ethos vieler Kreativen, alleine oder in kleinen Teams arbeiten zu wollen.

Auch für Vorarlberg wurde eine Studie zur Kreativwirtschaft erstellt [2], jedoch leider nie veröffentlicht. Sie zeigt das Potenzial des Sektors für die Region auf und führte u.a. zur strategischen Entscheidung, am Campus Dornbirn II Betriebe aus der Kreativwirtschaft anzusiedeln [3].

Die Studiengänge Mediengestaltung und InterMedia bilden für den Kreativsektor hervorragend aus, vermitteln Grundlagen und Fachwissen. Die Bachelor – Studiengänge wurden bereits stärker in Richtung Entrepreneurship ausgerichtet, sodass der vielfach gewählte Weg in die Selbständigkeit einfacher gemeistert werden kann. Und die Absolventenanalysen [4] geben klar Auskunft darüber, dass die Leute prinzipiell gut unterkommen oder schon bald auf eigenen, selbständigen Beinen stehen.

 

[1] http://www.creativwirtschaft.at/creative-austria/kreativwirtschaftsberichte/7.htm

[2] http://www.wisto.at

[3] http://www.creativwirtschaft.at/aktuelles/schlagzeilen/60-153.htm

[4] http://www.fhv.at/fhv/akad/qm/absolventen/

 


1 Antwort zu „Boomende Kreativwirtschaft braucht Mediengestalter“


  1. 27. Mai 2008 um 15:18

    Liebe ehemaligen Kolleginnen,

    ich war sehr verblüfft, als ich von den Plänen, die Gestaltungsstudiengänge einzustellen, erfahren habe – aus der Fernbeobachtung der Geschehnisse in Wien wundert man sich sehr, wie es zu einer solchen Einschätzung kommen kann: Die Absolventen der Gestaltungsstudiengänge haben einen hervorragenden Ruf in Wiener Agenturen. Selbst wenn der Markt in Vorarlberg „gestättigt“ sein sollte (was allenfalls eine temporäre Einschätzung sein kann), so steht doch gerade die FHV für Studierenden-Mobilität, im wie nach dem Studium, und es gibt auch einen Markt außerhalb Vorarlberg – Globalisierung im kleinen, quasi.

    Die Absolventenanalyse zeichnet ein ausgezeichnetes Bild von der „Vermarktbarkeit“ des Produkts „Mediengestaltungsabsolvent“ der FHV – selbst wenn Unzufriedenheiten unter den Studierenden den Ausschlag für die Überlegungen gegeben haben (wie auf vol.at zu lesen war – wie auch immer vol.at an die Inhalte von internen Strategiepapieren kommt), so sollten diese doch im Verhältnis zu diesem „Output“ des Studiengangs gesehen werden.

    Die Umstellung auf das Bachelor/Master-System ist in jedem Studiengang und an jeder Hochschule ein schwieriges Projekt – und auch ist die Frage zu stellen, ob schwindendes Vertrauen in die eigenen Studiengänge (auf Studierenden- wie Lehrendenseite) nicht auch viel mit dem erst aufzubauenden Vertrauen in dieses neues System ist; ein Vertrauen, das in der ganzen Ökonomie erst noch aufzubauen ist.

    Alles Gute aus Wien

    Jana Herwig

    https://www.xing.com/profile/Jana_Herwig


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