Die Kreativen müssen etwas, wozu sie stets gerufen werden, dringend beheben: ihr Wahrnehmungsproblem. Jeder braucht sie: die Industrie für Innovationen, die KMUs für ihre Produkte und Dienstleistungen und Organisationen für ihre Kommunikation. Die Wirtschaftspolitik hat die Bedeutung des Kreativsektors mittlerweile erkannt und versucht, diese gezielt zu fördern.
Mit dem Zweiten Kreativwirtschaftsbericht [1] liegen endlich auch für Österreich Zahlen auf dem Tisch, die klarstellen, dass es sich längst nicht mehr um eine Nische handelt, sondern um einen Sektor beträchtlichen Ausmaßes, nämlich in ähnlicher Dimension wie der Tourismus und doppelt so gross wie die Landwirtschaft. Mehr als 10% der Betriebe (28.700) sind dem Kreativsektor zuzuordnen. Diese erwirtschaften 18,3 Mrd. € an Erlösen und Erträgen bzw 7,2 Mrd. € Bruttowertschöpfung, das sind 5% der Gesamtwirtschaft.
Im Kreativsektor sind viele Mikrounternehmen aktiv, diese vernetzen sich oftmals zu Arbeitsgemeinschaften. Die kleinteilige Struktur ist typisch und macht die Anbieter flexibel, zudem entspricht es dem Ethos vieler Kreativen, alleine oder in kleinen Teams arbeiten zu wollen.
Auch für Vorarlberg wurde eine Studie zur Kreativwirtschaft erstellt [2], jedoch leider nie veröffentlicht. Sie zeigt das Potenzial des Sektors für die Region auf und führte u.a. zur strategischen Entscheidung, am Campus Dornbirn II Betriebe aus der Kreativwirtschaft anzusiedeln [3].
Die Studiengänge Mediengestaltung und InterMedia bilden für den Kreativsektor hervorragend aus, vermitteln Grundlagen und Fachwissen. Die Bachelor – Studiengänge wurden bereits stärker in Richtung Entrepreneurship ausgerichtet, sodass der vielfach gewählte Weg in die Selbständigkeit einfacher gemeistert werden kann. Und die Absolventenanalysen [4] geben klar Auskunft darüber, dass die Leute prinzipiell gut unterkommen oder schon bald auf eigenen, selbständigen Beinen stehen.
[1] http://www.creativwirtschaft.at/creative-austria/kreativwirtschaftsberichte/7.htm
[3] http://www.creativwirtschaft.at/aktuelles/schlagzeilen/60-153.htm
[4] http://www.fhv.at/fhv/akad/qm/absolventen/